Strauchpfingstrose - Baumpäonie

Grundsätzlich gilt auch für die Strauchpfingstrosen: Sie wollen möglichst lange an ein und demselben Standort bleiben. Ein Umpflanzen nehmen die Pfingstrosen übel und strafen es mit aussetzender Blüte. Im Gegensatz zu den Staudenpfingstrosen brauchen sie ein bis 2 Jahre länger bis sie sich von dem Verpflanzschock erholt haben. Sie wachsen verhaltener als die Staudenpfingstrosen.

Veredelungsstelle muss tiefer eingepflanzt werden!

Meist werden die Strauchpäonien über Veredelungen vermehrt. Das heißt, verholzte Reiser der gewünschten Sorte werden auf eine Wurzel von Päonia lactiflora-Sorten gepfropft. Im Gegensatz zu den Staudenpfingstrosen, die nicht zu tief gepflanzt werden dürfen, ist dies bei den Strauchpfingstrosen genau andersherum. Die Pflanzen sollen sich im Laufe der Zeit (in der Regel nach 2-3 Jahren) von der Unterlage lösen, indem das Edelreis eigene Wurzeln bildet. Dies können sie aber nur, wenn ein Teil des Edelreises beim Pflanzen mit eingegraben wird. Deshalb wird je nach Größe der Pflanzen (einjährige Veredelungen sind meist noch recht kurz) das Edelreis zwischen 5-10 cm tief im Boden eingegraben.

Pflanzzeitpunkt und Pflege

Gepflanzt werden können getopfte Pfingstrosen ganzjährig. Bei Lieferung von wurzelnackter Ware im Herbst können diese entweder direkt ausgepflanzt werden, oder aber getopft und erst im darauffolgenden Frühjahr ausgepflanzt werden, wenn die Pflanzen gut entwickelt und der Topf durchgewurzelt ist.

Um die Pflanze im ersten Jahr nicht zu stark zu belasten, sollte man eine eventuell angelegte Blüte allenfalls kurz aufblühen lassen und dann entfernen. Die Blüte kostet viel Kraft, und die Pflanze wird es mit Sicherheit durch stärkeren Blütenflor im nächsten Jahr danken. Gerade bei den Strauchpfingstrosen führt eine belassene Blüte im Pflanzjahr meist zu einem Blütenverlust im Folgejahr.

Rückschnitt bei Strauchpfingstrosen

Will man nicht selber züchten sollten grundsätzlich die Samenstände nach der Blüte entfernt werden. Der Samenansatz kostet die Pflanze viel Kraft.
Das Laub verbleibt im Herbst recht lange an der Pflanze und kann zum Teil auch nur eintrocknen und nicht abfallen. Es sollte auf jeden Fall entfernt werden, um so von vornherein der Möglichkeit einer Übertragung von Krankheitserregern für das nächste Jahr vorzubeugen.

Generell empfiehlt es sich eine Strauchpfingstrose einfach wachsen zu lassen, ohne sie zu schneiden, um etwa Höhe oder Form der Päonie zu verändern. Der Griff zur Schere hat meist zur Folge, dass Sie die Blütenknospen für das nächste Jahr entfernen. Also falls Ihre Strauchpäonie doch mal zu hoch werden sollte und sie keine andere Wahl als den Rückschnitt haben, müssen Sie sich eventuell mit einem fehlenden Blütenflor arrangieren.

Hygieneschnitt im Frühjahr

Sobald im Frühjahr die Knospen der Strauchpäonien auszutreiben beginnen, sollte kontrolliert werden, ob es eventuell zu Pilzinfektionen gekommen ist. Dies ist nach sehr nassen Wintern leider ab und zu möglich. Der Botrytispilz lässt einzelne Triebe absterben und die Knospen treiben nicht mehr aus. Sobald Sie also feststellen, dass einzelne Triebe in ihrer Entwicklung feststecken greifen Sie zur Schere und schneiden den Trieb bis zum gesunden Holz runter.

Pfingstrosen nicht dort pflanzen, wo vorher Pfingstrosen gestanden haben

Grundsätzlich sollte man keine Pfingstrosen auf dieselbe Stelle pflanzen, an der bereits Pfingstrosen im Vorfeld gestanden haben. Die sogenannte Bodenmüdigkeit führt zu einem Kümmerwuchs er neuen Pflanze. Sie wird sich nie vernünftig an diesem Platz entwickeln. Sollte die Pflanzstelle im Vorfeld nur ein bis 2 Jahre mit einer Pfingstrose belegt gewesen sein, so ist eine Neupflanzung auf demselben Platz noch vertretbar. Aber es sollte das Erdreich vorsichtshalber großzügig ausgetauscht werden. Dann wird auch die neue Pflanze sich gut entwickeln.

Aber bei älteren Anpflanzungen hilft auch ein Erdaustausch nicht mehr. Die Wurzeln der Pfingstrosen sind noch in solch tiefen Zonen zu finden, in denen man nicht mehr gräbt. Die von der alten Pflanzen verbliebenen und nun verrottenden Wurzelreste bergen ein solch großes Krankheitspotential, daß die jungen Wurzeln der neuen Pflanze sehr schnell infiziert werden. Die Pflanze mag durchaus die ersten 2 Jahre noch zügig wachsen, aber spätestens im 3. Jahr, wenn sie in die Zonen gelangt, in denen kein Bodenaustausch durchgeführt worden ist, stellen sich die Wuchsdepressionen ein.